Kurzportraits Lehrer und Vorbilder

Marc de Broissia

Bei Marc de Broissia konnte ich den Grundstein für mein Verständnis von der „Légèreté“ legen. Ich konnte eine Basis schaffen, die durch große Präzision, hoch konzentrierte Arbeit in kleinsten Schritten und einem für mich bis dahin ungeahnten Horizont an Gefühl und Wissen gekennzeichnet war. Die mir bis dorthin unbekannte besondere Bearbeitung der Asymmetrie, Entspannung und Impulsion führen zu einem Gleichgewicht, welches ich vorher nicht in dieser Ausprägung kennen gelernt hatte. Dabei meine ich nicht nur die Gewichtsverteilung von Vor- und Hinterhand, sondern auch die seitliche.

Ich lernte einen Menschen kennen, der sich bei voller persönlicher Hingabe der Reitkunst widmet - immer mit einem verantwortungsbewussten Blick auf das Pferd.

Der erste einjährige Aufenthalt bei ihm veränderte meine beruflichen Ziele. Ich bin sehr froh, dass Marc de Broissia regelmäßig zu uns kommt und mir Anregungen und konstruktive Kritik zukommen lässt. Und natürlich darüber, dass wir unsere Freundschaft leben und pflegen können.

Philippe Karl

Mit Philippe Karl lernte ich einen weiteren wichtigen Reitmeister in der französischen Tradition der „Légèreté“ kennen. Er gehört zu den wahren Denkern in der Reiterwelt. Sein Konzept ist herausragend rational, transparent, systematisch und natürlich von höchster praktischer und theoretischer Kompetenz. Durch ihn konnte ich viele der Vorgänge, die ich aus der Praxis kannte, noch besser mit ihren Hintergründen verstehen. Seine Methode erwies sich für mich als ideale Ergänzung und Erweiterung ohne ernsthafte Widersprüche zu produzieren.

Philippe Karl ist eine mutige und willensstarke Persönlichkeit und widmet sich einem Umdenkprozess in der Reiteröffentlichkeit zu Gunsten der Pferde und Reiter, die es wirklich ernst mit dem Reiten meinen. Sein neuestes Buch „Irrwege der modernen Dressur“ ist ein fundiertes Werk, das sich auch gegen die üblen Praktiken im Turniersport richtet. Ein beeindruckendes Pamphlet! Manchmal ist dieser Blickwinkel allerdings in Gefahr zu einseitig zu werden. Aber die Reiterwelt benötigt dringend Leute wie ihn! 

Manuel Jorge de Oliveira:

Durch Marc de Broissia lernte ich 1997 den portugiesischen Reitmeister und Stierkämpfer Manuel Jorge de Oliveira kennen. Die beiden standen über Jahrzehnte im Erfahrungsaustausch. M. J. de Oliveira stammt aus der Schule Nuno Oliveiras. Seinen ersten Stierkampf ritt er schon im Alter von zehn Jahren.

Er ist ein begnadeter Reiter von ungeahntem Einfluss auf das Pferd, ausgestattet mit Geschick und Wissen, wie es vielleicht nicht viele vergleichbare gibt. Die Leichtigkeit, Dynamik und Brillanz, mit der sich seine Pferde bewegen, sucht wirklich ihresgleichen. Das Bild, das diese Pferde bieten, ist sehr selten anzutreffen. Es sollte sich tief in das Gedächtnis einprägen, wenn es um Reitkunst auf höchstem Niveau geht. Leider sind solche Bilder hier in Deutschland nahezu unbekannt.

Wann immer ich die Möglichkeit habe, bei ihm zu reiten, oder seiner Arbeit beizuwohnen, nutze ich sie. Im Winter 2007 gab er den ersten Kurs bei uns auf der Hasenmühle und ich hoffe auf zahlreiche weitere. 

Anna Kathrin Müller

Anna Kathrin Müller lernte unter anderem bei Siegfried Peilicke und vertritt so die alte deutsche Schultheiss – Lörke Schule. Dabei war sie erfolgreich im Sport bis in die höchste Klasse, ohne je den Blick für das Wesentliche im Reiten zu verlieren. Sie ist sehr offen für Neues, das der Reiterei und den Pferden dient und begleitete mich bei den meisten Lehrern. Sie half mir in 10 Jahren regelmäßiger Zusammenarbeit, die Inhalte der Franzosen und anderer umzusetzen und ergänzte die Arbeit mit ihrem eigenen Wissen und Können. Hervorheben möchte ich ihre unglaublich gute Beobachtungsgabe, die sie auch bei mir durch gemeinsame Besuche von Veranstaltungen sehr förderte. Und natürlich ihre Empathie für Reiter und Pferd.