Ausbildung von Pferd und Reiter
von der Basis bis zur Hohen Schule

Reitunterricht

Der Reitunterricht erfolgt in der Regel auf den eigenen Pferden der Schüler. In Ausnahmefällen kann ein geeignetes Schulpferd für den Reitunterricht zur Verfügung gestellt werden.

Der Unterricht ist meist in eine Aufwärmphase und eine Arbeitphase an einigen aktuellen Themen gegliedert. Hierfür ist allerdings schon eine gute Kenntnis der Sprache und Definition der Hilfen nötig und eine gute Bereitschaft des Pferdes zur Mitarbeit.

Bei neuen Schülern und ihren Pferden werden zuerst einmal diese Grundlagen geschaffen. Stellt sich heraus, dass es Mängel an Erziehung, Umgang und Kommunikation gibt, werden diese Lücken zu Beginn geschlossen.

Der Sitz

Die Schulung des reiterlichen Sitzes erfolgt durch meine hierauf spezialisierte Kollegin Sandra Will, die individuell auf die Probleme und Bedürfnisse eines jeden Reiters eingeht. Auch der Reiter wird bei uns nicht in eine starre, schablonenartige Form gepresst. Stattdessen gibt es eine effektive Begleitung bei der Suche nach Losgelassenheit und Balance. Dabei erfolgt eine Kombination von Körperübungen auf dem Boden, auf dem eigens dafür konstruierten Hocker „Balimo®“ und natürlich Sitzübungen zu Pferd mit und ohne Longe. Dies erweist sich als sehr Erfolgs versprechend.

Die Sitzschule kann bei Bedarf immer wieder in das Ausbildungskonzept mit eingeflochten werden.

Die Sprache der Hilfen

Die Einwirkung mit dem Sitz, den Beinen und mit den Händen wird grundlegend erarbeitet. Der Sitz spielt die wichtigste Rolle bei einem gut ausgebildeten Pferd und seinem Reiter. Beine und Hand schaffen unter anderem die Möglichkeit ein Pferd zu formen und am Sitz abzustimmen.

-Der Sitz regelt das Tempo: Das Pferd wird zur frischen Aktivität erzogen und die dabei zur Verfügung gestellte Energie vom Sitz kontrolliert. D.h. der Reiter kann das Pferd mit dem Sitz festhalten oder die Bewegung rauslassen; er muss sich dabei immer den Veränderungen der Balance anpassen. Der Oberkörper des Reiters wird somit als Balancierstange eingesetzt. Der Reiter sollte über genügend Geschmeidigkeit verfügen, damit er das Pferd optimal begleiten kann. Darüber hinaus übt er sich in genügend Körperbeherrschung, um das Pferd mit dem Sitz auch beeinflussen zu können.

-Die Sprache mit dem Bein:

Pferd und Reiter werden mit den unterschiedlichen Aufgaben des Schenkels vertraut gemacht. Wir bestehen auf absolutem Gehorsam gegenüber den vorwärts treibenden Hilfen, die zu großem „Impuls“ führen sollen. Dabei handelt es sich um möglichst einmalige Signale mit dem Schenkel und nicht um eine permanente Unterstützung durch die treibenden Hilfen. Das Pferd wird mit einer freundlichen Beinhilfe zum Gehen aufgefordert und dann zum Erhalt dieser Aktivität erzogen: es bleibt dann in „Freiheit auf Versprechen“.

Später wird es mit den seitwärts treibenden, den einrahmenden und den festhaltenden Schenkelhilfen vertraut gemacht.    

-Die Sprache mit der reiterlichen Hand ist eine komplexe Schulung in den so genannten „Flexionen“. Flexionen sind alle erwünschten Bewegungen des Maules, der Zunge, des Kopfes und des Halses. Sie dienen damit der Funktionalität des gesamten Körpers, da sie entspannend und ausbalancierend wirken.

Die Flexionen werden zu Beginn an der Hand erarbeitet. Das Pferd lernt die Hilfen der Hand zu verstehen, die über das Gebiss (erst Trense, später Kandare und Unterlegtrense) gegeben werden. Der Reiter kann sich somit präzise ausdrücken. Dies beinhaltet die Entspannung des Maules (von Kiefer und Zunge), das Heben und Senken von Hals und Kopf, den Einfluss auf den Hals-Kopf-Winkel (Beugen oder Öffnen) sowie die seitliche Beweglichkeit (Biegungen in allen Höhenpositionen) und natürlich die Streckung des Halses und damit die Entspannung des Rückens.

Somit kann der Hals des Pferdes als Balancierstange des Pferdekörpers eingesetzt werden und er kann die Verbindung zur seitlichen Muskulatur des Rumpfes und zum Rücken werden. Damit ist die Möglichkeit geschaffen, das Pferd zu entspannen. Dies ist eine wichtige Vorraussetzung für gelöste Bewegung, in der das Pferd nicht gegen sich selbst arbeitet. Bei einer gelösten Bewegung muss z.B. der Beuger eines Gelenkes wirklich loslassen, wenn der Strecker arbeitet und umgekehrt. Andernfalls gibt es eine unrunde Bewegung bei schlechter Leistung, die zu viel Belastung auf das betroffene Gelenk mit sich bringt und zuviel Energie kostet.

Sind solche Umstände ein Dauerzustand, kommt es nicht selten zu Unterversorgung der Muskulatur, die nur im entspannten Zustand genügend durchblutet wird. In den dadurch überlasteten und somit schlecht durchbluteten Gelenken können sich im schlechtesten Fall mit der Zeit Arthrosen entwickeln.  

Die Sprache der Hilfen ermöglicht nun die Arbeit in

-         Tempokontrolle

-         Wendungen

-         Biegungen

-         Seitengängen

-         Übergängen

-         Versammlung

-         und natürlich die ganze Palette der Lektionen